Tragischer Donnerstag

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Tragischer Donnerstag

Neuer Beitragvon Bernd » 7. Oktober 2012, 22:23

Auf dem Wasser, zu Land und aus der Luft ging gestern die Suche nach einem Mann weiter, der am Donnerstag gegen 16.30 Uhr bei dem plötzlich heraufziehenden Herbststurm mit einem Kanu gekentert und in dem 15 Grad kalten Wasser untergegangen war. Mit im Kanu saß sein ebenfalls aus der Altmark stammender Freund, der sich retten konnte.

Feuerwehrleute aus Pritzerbe, Bahnitz, Rathenow und Briest hatten am Donnerstag mit ihren Rettungsbooten bis tief in die Dunkelheit nach dem Vermissten gesucht – vergeblich. Auch Kameraden aus Möthlitz, Nitzahn und Milow waren auf den Beinen. „Insgesamt beteiligten sich an der kreisübergreifenden Suchaktion über 40 Feuerwehrleute“, teilte Einsatzleiter Thomas Betz aus Pritzerbe mit. Dazu kamen Rettungswagen und Notärzte, die am Bahnitzer Wehr bis zum Abbruch der Suche ausharrten. Auch der Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera blieb erfolglos.

Gestern wurden Polizeitaucher zur Unglücksstelle gebracht, die sich rund ein Kilometer oberhalb des Bahnitzer Wehres befindet. Das Wasser der Havel ist dort etwa 3,20 Meter tief. Bis zum Abend konnte der Verunglückte wiederum nicht gefunden werden.

Vermisst wird der 51 Jahre alte Hans-Joachim Heppner aus Demker bei Tangerhütte. Zum Zeitpunkt des Unglücks trug er eine Armeehose, gelbe Gummistiefel und eine blaue Windjacke. Der Verunglückte und sein überlebender Freund waren mit ihren Ehefrauen auf einem Hausboot auf der unteren Havel unterwegs. Bei einem Zwischenstopp in Höhe der Kützkower Lanke stiegen die Männer in ein mitgeführtes privates Kanu um. Was als kleine Angeltour gedacht war, endete in einer Tragödie.

Schuld daran war sehr wahrscheinlich das plötzlich aus Westen aufkommende Unwetter mit orkanartigen Böen. Wie es heißt, wollten die Männer in dem Kanu zu ihren Frauen zurückkehren, um sie nicht allein an Bord des Hausbootes zu lassen. Starker Wind hatte das eigentlich in Ufernähe verankerte Boot bereits in Strommitte gezerrt. In ihrer Not riefen die hilflosen Frauen bei ihrem Vermieter Heiko Schulz in Pritzerbe an, um über die missliche Lage des Hausbootes zu berichten. In diesem Moment ahnten sie nicht, dass nur einer ihrer Männer mit einer Unglücksnachricht zurückkehren würde.

Erst gegen 17.50 Uhr informierten die drei Altmärker die Polizei, nach dem sie zunächst allein den Uferbereich abgesucht hatten. Die seit langem größte Suchaktion an der Unteren Havel rollte an. Auch Heiko Schulz und seine Lebensgefährtin Veronika Kuhlmann machten ihr Schnellboot startklar, um zum Hausboot zu eilen. „Wir haben den ganzen Abschnitt abgesucht. Leider konnten auch wir den Vermissten nirgends entdecken“, berichtete der Hausboot-Vermieter.

Die unter Schock stehenden Frauen und der überlebende Freund des Vermissten wurden schließlich auf dem Wasserweg zum Bahnitzer Wehr gebracht, wo ärztliche Hilfe wartete. Auch ein Seelsorger eilte herbei, der die Betreuung der Altmärker im Pritzerber Rathaus übernahm.

Quelle: MAZ
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